Eine Erkältung ist eine der häufigsten Erkrankungen und gehört zur kalten Jahreszeit dazu wie fallende Blätter und Regen. Also eigentlich ist eine Erkältung das normalste von der Welt. Für SängerInnen, SprecherInnen und andere Sprechberufler stellt sie jedoch eine besondere Herausforderung dar.
Eine verstopfte Nase verändert den Stimmklang erheblich. Symptome wie Halsschmerzen und Husten beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die stimmliche Leistungsfähigkeit. Eine angeschlagene Stimme kann die Wirkung einer wichtigen Präsentation schmälern und die Vortragenden selbst verunsichern. Aufgrund einer belegten Stimme oder Heiserkeit muss sogar manchmal ein lukrativer Sprecherjob, ein Konzert oder eine Studioproduktion abgesagt werden.
Kein Wunder also, wenn alle, die beruflich auf ihre Stimme angewiesen sind, mit Einzug des Herbstes nervös werden und den gesamten Winter hindurch latent unter erhöhter Anspannung stehen. Vor allem diejenigen, die ihren Lebensunterhalt freiberuflich bzw. als Selbständige verdienen.
Erfreulicherweise gibt es ja einiges, was zur Vorbeugung getan werden kann. Ausgewogene Ernährung, Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und natürlich auch Selbstfürsorge zur Stressreduktion. Wie zum Beispiel kurze, aber regelmäßige Entspannungsphasen. Sie haben enorm positive Wirkungen auf das Immunsystem.
Erkältet trotz aller Vorbeugungsmassnahmen?
Wenn es dann doch passiert ist, und eine Erkältung sich ankündigt, dann helfen das ein oder andere Hausmittelchen und garantiert auch einige meiner Tipps, die weiter unten stehen.

Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viele Tipps und Tricks gesammelt und daraus meine Sammlung von „Stimm-Gesundheits-Tipps“ und ein „Kleines Erkältungs-ABC“ zusammengestellt. Hier findest du passend zur Jahreszeit einen kleinen Auszug daraus. Dabei sei erwähnt: es gibt eine Unmenge an Tipps, jede und jeder hat eigene persönliche Maßnahmen und ist natürlich auch genau davon überzeugt. Gut so.
Manchmal aber wird es super speziell, ja vielleicht sogar schräg mit den persönlichen “Super-Tipps” und Empfehlungen. Dann rate ich immer zur Vorsicht. Denn nicht alle Maßnahmen sind allgemein gültig. Am besten du lässt dich inspirieren, folgst deiner Intuition und probierst aus, was dich spontan anspricht.
Ich gebe dir hier keine „super speziellen Geheimtipps“ oder abgefahrene Maßnahmen. Hier bekommst du Tipps, die aus Sicht einer erfahrenen Expertin einfach in der Anwendung sind, für jede und jeden gelten und die auch funktionieren. Wenn du auf deine Stimme angewiesen bist, empfehle ich dir grundsätzlich:
Die Magischen Drei
Trinke regelmäßig und ausreichend (ca. 1,5 – 2 l/ Tag)
Halte deine Atemwege feucht (Meerwasser-Nasenspray)
Vermeide häufiges Räuspern
Möchtest du ein bisschen Hintergrundwissen? Zum Beispiel wieso es für die Stimme so wichtig ist, ausreichend zu trinken, und woran du erkennen kannst, ob du genug Flüssigkeit zu dir genommen hast? In diesen Blogbeiträgen kannst du mehr dazu erfahren: Genug ist genug, aber: trinken Sie wirklich ausreichend? und Ein sanftes Kissen für Ihre Stimme
Und in diesem Artikel erfährst du, warum Räuspern so eine Belastung für die Stimme ist:
Beobachten Sie Ihr Räusperverhalten
Bei Erkältung
Wenn dich doch eine Erkältung erwischt hat, können dir diese drei Ratschläge weiterhelfen:
- Am besten wirken Stimmruhe und viel Flüssigkeitszufuhr in Form von Kräutertees, zimmerwarmem oder heißem Wasser und leichten Suppen.
- Meide scharfes Essen und scharfe Lutschbonbons.
- Gehe viel an die frische Luft, dabei möglichst durch die Nase atmen. Wenn die Nase verstopft ist, hilft auch schonmal, auf „n“ zu summen.
Wenn du trotz Erkältung viel sprechen musst
LehrerInnen und DozentInnen zum Beispiel müssen „da irgendwie durch“. Auch wenn unser Gesundheitssystem hier einiges an Unterstützung parat hat – es ist unrealistisch, bei jeder kleinen Schnupfenattacke Schule oder Bildungseinrichtung fern zu bleiben oder den Unterricht an Musikschule, Tanzschule, den Sportkurs, die Yogastunde, was auch immer, abzusagen.
7 Tipps die dir wirklich helfen
Wenn du also trotz Erkältung sprechen musst, beherzige folgende Tipps:
- Löse morgens sanft den Schleim von den Stimmlippen, indem du in ganz bequemer Lautstärke (auf keinen Fall laut!) auf einem „m“ oder „n“ summst und dabei mit deinen Fäusten auf den Brustkorb klopfst. Diese Übung heißt „Gorilla“ oder „Affentrommel“. Du kannst sie schon unter der Dusche, beim Frühstück vorbereiten oder im Auto auf dem Weg zur Arbeit machen.
- Versuche, sich lösenden oder bereits gelösten Schleim „weg zu schlucken“ anstatt „weg zu räuspern“. Alternativ leicht und weich husten, also quasi hüsteln.
- Spreche nur so viel wie nötig und ganz wichtig dabei: achte auf deine Sprechlautstärke.
- Artikuliere deine Worte deutlich anstatt lauter zu sprechen.
- Nicht flüstern, wenn du heiser bist. Sprich stattdessen „richtig“, aber eben leise. Bitte dein Umfeld um Verständnis und Rücksichtnahme.
- Steige zwischendurch kurz aus dem Alltagsstress aus und mache kleine Entspannungsübungen. Das entspannt auch deine Stimme. Hier eignen sich zum Beispiel Atemübungen. Ein paar schöne Anleitungen kannst du im Blogbeitrag Entspannung gesucht? Hier gibt es ein paar Tipps nachlesen.
- Halte deinen Hals warm und achte auf genügend Schlaf.
Natürlich gibt es viele weitere Empfehlungen. Und ganz bestimmt weißt du auch selber einiges, womit du dir helfen kannst, wenn dich eine Erkältung erwischt hat. Nun hast du auch von mir ein paar Tipps, die leicht anwendbar und mit Sicherheit wirksam sind. Beherzige vor Allem die Empfehlungen für den Fall, dass du trotz Erkältung viel sprechen musst.
Ein guter Stimmgebrauch ist das A und O
Keine Frage, ein guter Stimmgebrauch ist für alle, die auf ihre Stimme angewiesen sind, das A und O. Falls du unsicher bist und möglicherweise auch immer mal Probleme mit deiner Stimme hast, wäre eine Session zum Thema Stimmtraining meine Empfehlung. In einer Voice Coaching Session checke ich gerne, wie du da unterwegs bist und wo du etwas verbessern könntest. Daraufhin können wir ein kurzes Übungsprogramm für dich zusammenstellen, mit dem du dann eigenständig für deine Stimme sorgen kannst.
Vielleicht stellt sich dabei auch heraus, dass deine Stimmprobleme nicht mit deinem Stimmgebrauch in Zusammenhang stehen, sondern die Ursachen ganz woanders zu finden sind. Zum Beispiel in mangelnder Stresskompetenz oder einem geringen Selbstbewusstsein. Im Persönlichkeitscoaching können wir an deinem Selbstwert und Selbstverständnis mit PEP® (der Prozess- und Embodiment-fokussierten Psychologie nach Dr. Bohne) schnell und effektiv arbeiten. Schau dich auf meinen Webseiten ein wenig um. Ich würde mich freuen, dich in meiner Praxis für Persönlichkeitscoaching, Stresskompetenz und Stimmtraining in Köln zu begrüßen. Alternativ sind selbstverständlich auch online-Sessions möglich.
Wenn du diesen Artikel hilfreich findest: ungefähr alle 3 Monate versende ich meinen Newsletter mit Inspirationen, Infos und Tipps zum Thema Stimme und auch speziellen Angeboten. Ich freue mich, wenn du dich dafür anmeldest. Das geht unkompliziert bei den entsprechenden Buttons auf dieser Webseite.
Ich wünsche dir starke Abwehrkräfte und alles Gute für deine Stimme!
Herzlichst,
Deine
Birgitta Maria Schaub
Titelfoto: © Sigmund auf Unsplash
Kleines Foto: © Matthew Henry auf Unsplash


